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COVID-19: Alltagsrassismus kennt kein Ausübungsverbot!

COVID-19: Alltagsrassismus kennt kein Ausübungsverbot!

Briefkopf des ZAGDs

Berlin, 30.04.2020
Korrektur, 18.05.2020

 

Der Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland (ZAGD e.V.) unterstützt die Maßnahmen der Bundesregierung, um die Verbreitung des COVID-19 einzuschränken. Jedoch hat diese Ausnahmesituation viele gesellschaftliche negative Auswirkungen, die den ZAGD e.V., als Vertreter für Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland, beschäftigen. Um die Verbreitung des Virus und seine Folgen einzudämmen, das Wohl der Menschen zu sichern und die medizinische Versorgung weiterhin zu gewährleisten, hat die Bundesregierung die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19, in Form des Kontaktverbotes bzw. durch Ausgangssperren bis zum 3.Mai verlängert.

Obwohl diese Regelungen wichtig sind und Schutz bieten, gefährden diese aber den Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus. In den Medien wird nur noch über COVID-19 berichtet und die Zunahme von rechtsextremistischen Gewalttaten, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rassismus geraten in den Hintergrund. Leider kennt Alltagsrassismus kein Ausübungsverbot!

Menschen afrikanischer Herkunft erfahren tagtäglich Rassismus, aber durch die Covid 19 Maßnahmen, wird rassistisches Verhalten und Handeln vermehrt legitimiert. So verweigerte im März in Werther (NRW) eine Mitarbeiterin der Drogerie Rossmann einer Familie afrikanischer Herkunft den Zugang ins Geschäft angeblich aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19. Während dessen weiße Personen ungehindert und auch nicht im Mindestabstand den Markt betreten durften.

Beunruhigende Nachrichten erhalten wir auch aus China von Menschen afrikanischer Herkunft an denen die Schuld an der Pandemie angeblich zugewiesen wird! Laut Berichte erfahren Menschen afrikanischer Herkunft vermehrt Demütigungen und Gewalt. Außerdem werden weiterhin rassistische Aussagen in den französischen Medien vertretet, so diskutierten in den Nachrichten zwei französische Wissenschaftler unter scheinheilige Begründung die Möglichkeit Impfstoffe in Afrika zu testen. Solche Aussagen sind inakzeptabel und sollten juristisch Bestraft werden!

Es ist nicht zu übersehen, dass die Corona-Krise Dominanzverhalten verstärkt und wir dadurch noch mehr Ausgrenzung und Ungerechtigkeit erfahren müssen. Nicht nur in anderen Länder, sondern auch genau hier in Deutschland. 

Wir fordern Aufklärung und konkrete Taten, damit rassistische Aktionen nicht mehr ohne Konsequenzen vorkommen können und wir verlangen, dass unser Sicherheitsbedürfnis und die Menschenwürde endlich ernst genommen werden!

Der Vorstand des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.